„Andy goes analog“ war ein Titel eines Blogposts, den ich irgendwann 2011 noch auf meinem alten Blog gepostet hatte und in dem ich über meine ersten analogen Gehversuche berichtet habe. Seitdem habe ich viele Kameras in der Hand gehalten und mentale Shoppinglisten angelegt. Aktuell zählen eine Mamiya M645 1000S Mittelformatkamera, einer Polaroid 600SE („Goose“) und die 35mm Canon AE-1 zu meinem Bestand an analogen Kameras. Alle drei Kameras haben bereits gut 40 Jahre auf dem Buckel. Alt = veraltet? Mitnichten.

Mamiya

Aber was soll dieser Anflug von Film-Nostalgie? Ist Film besser als digital? In diese Diskussion will ich gar nicht einsteigen, denn das ist nichts anderes als über Crop vs Vollformatsensor zu diskutieren. Weder das eine noch das andere wird Dir in letzter Instanz bessere Bilder liefern. Mir geht es eigentlich vor allem um das Fotografieren. Klingt komisch, ist aber so.

Gefühlt hat sich (nicht nur bei mir) der fotografische Prozess über die Jahre verstärkt auf die Nachbearbeitung verlagert und das ist schade. Ich habe über die letzten Monate und Jahre immer wieder zur analogen Kamera gegriffen, um mich selbst zu zwingen, nur auf das Wesentliche zu achten, denn jedes analoge Foto kostet mich mittlerweile 2€ aufwärts (inkl. Entwicklung) und man kann im Nachhinein „nicht mal schnell was wegstempeln“ oder die Belichtung ändern.

Wer mich kennt, weiß, dass die Canon 5D Mark III eigentlich meine Haus-und-Hof-Kamera ist. Keine Frage, eine fantastische DSLR. Seit einiger Zeit jedoch bin ich des digitalen Workflows und gephotoshoppe überdrüssig (was für ein Satz). Irgendwie kann es nicht sein, dass man so viel Zeit am PC und so wenig hinter der Kamera verbringt.

Also habe ich vor einigen Jahren angefangen auch mit analogem Film & Kameras herumzuexperimentieren. Ursprünglich war das analoge Fotografieren mehr als eine Art Selbstdisziplin angesetzt, denn man macht nicht mehr so viele Schnappschüsse, wenn’s Geld kostet. Mittlerweile gefallen mir die Ergebnisse und der Look auch sehr gut.

Es war allerdings nicht vor letztem Wochenende, dass ich mal ein komplettes Shooting ausschließlich analog geschossen habe… und das so richtig, mit Belichtungsmesser und allen Drumherum.

filme

Seit einer Woche nun sind die Filme unterwegs zum Labor und ich warte wie ein kleines Kind vor Weihnachten auf die Ergebnisse.

Egal ob die Bilder etwas werden oder nicht, man lernt bei jedem Shooting dazu. Das Gefühl sich ganz auf die Bilder und den „Moment“ des Fotografierens zu konzentrieren, haben mir sehr gut gefallen. Ein amateurhaftes shooten, Display checken, shooten, Display checken, gibt es bei Analog nicht. Da merkt man erst, dass man Mist gebaut hat, wenn die Filme zurück aus dem Fachlabor sind. :-)

Ein weiterer, aus meiner Sicht wesentlicher Vorteil des Fotografierens auf Film: Nach dem Shooting war ich fertig mit der „Arbeit“. Bums. Bilder sind im Kasten und ich kann entspannt nach Hause fahren, ohne dass noch 1000 Stunden Photoshop / Lightroom / Nachbearbeitung anstehen.

Jetzt wollen wir nur hoffen, dass die Bilder auch was geworden sind. Alles weitere in Kürze.