Schon vor längerer Zeit bin ich auf Vernon Trent und die Collodion Wetplate Fotografie gestoßen. Der charakteristische Look und die „düsteren“ Bilder haben mich schon damals sofort in ihren Bann gezogen. Meine erste „haben wollen“ bzw. „lernen wollen“ Euphorie ist dann aber schließlich dem Alltagstress zum Opfer gefallen… und das Thema Glasplattenportrait / Fotografie ist in die hinteren Bereiche meines Gehirns versackt.

Es war dann auf einem Fotografenstammtisch nach der diesjährigen Photokina, dass ich über einen selbsternannten (jedoch unbekannten) Starfotograf, wieder auf das Thema Glasplattenportraits aufmerksam wurde.

Danach ging alles ganz schnell, in etwa so [innerer Monolog]

Kulludiu…coll…da war doch was – Google ist dein Freund – hm, Vernon Trent, hab ich schon mal gehört –klick— Hoppla… geile Bilder! Workshops? Cool… Buchen! –klick–

Gesagt. Getan. Der Collodion Wetplate Workshop fand in Vernon’s Atelier in Düsseldorf statt. Über den ganzen Tag verteilt, lernte ich was Collodion eigentlich ist und wie man es selber herstellt. Dann ging es von den einzelnen Prozessschritten über das eigentliche Fotografieren zum ersten Bild. WOW. Was für ein Ausdruck, was für eine Strahlkraft, was für Kontraste!

Der Glas-Rohling vor der Reinigung

Der Glas-Rohling vor der Reinigung

Die Wirkung eines Collodion Wetplate Portraits auf einer Glasplatte ist schon wirklich unbeschreiblich. Aber was mich noch viel mehr an dem Verfahren fasziniert, ist die – nennen wir es – mentale Komponente. Diese Fotos sind echt. Handwerklich. Ohne „digital“ dazwischen. Ein organischer Zeitzeuge, ein Unikat. Irgendwie magisch.

Das erste Testfoto

Das erste Testfoto

Ich möchte keine Lobeshymne an die „guten alten Zeiten“ anstimmen, schließlich fotografiere ich selber überwiegend digital, doch der immaterielle Wert, den so ein analoges Unikat ausstrahlt, ist ein ganz anderer als bei digitalen Fotos. Wenn die Glasplatte zerbricht, kann man sie eben nicht noch mal eben ausdrucken und online nachbestellen. Das hat schon was, irgendwie.

Scan des Portraits auf Glasplatte, Collodium Wetplate

Scan des Portraits auf Glasplatte, Collodium Wetplate

Auf jeden Fall kann ich jedem, der auch nur halb Interesse an diesem Thema hat, wärmstens empfehlen, sich die Workshops von Vernon genauer anzuschauen. Man lernt eine Menge und es macht riesen Spaß.